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August '19



Die vierte Macht im Staate

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Rund um die politischen Diskussionen beobachte ich eine Tendenz, bei der ich nicht weiss, ob sie mir Angst machen oder ob ich sie gut finden soll. Ich möchte nur drei Beispiele herauspicken, die mit der Politik in den DACH-Staaten zu tun hat.

@rezomusik hat ein persönliches Statement auf seinem Videokanal bei Youtube gepostet. Er hat seine Aussagen mit Fakten unterlegt, was auch von Dritten (unter anderem @maithi_nk) bestätigt wurde. Das Video und damit auch die Meinung von Rezo wurden x-fach gelikte. Die Aussage war nach meiner Meinung ein wenig überspitzt. Allerdings, die Jungen reden nicht mehr so wie wir das gelernt haben. Der Respekt gegenüber den Kritisierten war nach meiner Meinung vorhanden. Nur,

die Kritisierten (in diesem Fall die @cducsubt) scheinen paralysiert zu sein und, schlimmer, sie reagieren mit Halbwahrheiten. Es ist erstaunlich, wie viele Medien, Twitterer und Blogger, statt die Aussagen auf den Wahrheitsgehalt zu prüfen schlicht die Art und den Kanal wie die Aussagen gemacht wurden, einfach mal nur kritisieren. Renommierte Tageszeitungen wie die FAZ schreiben sogar in besonders tollem Stil:

will wie der Nachbarsjunge von nebenan wirken, verfolgt aber finanzielle Interessen. Welche Absichten Youtuber wie er haben und wieso das bei ihrer Reichweite problematisch werden kann

Ich weiss nicht genau, was die Aufgabe der FAZ in der Presselandschaft ist. Ein Fakt ist, auch sie verfolgt wirtschaftliche Interessen. Das nun einer Person vorzuwerfen, scheint mir absurd. Eine Aussage auf diesen Punkt zu minimieren statt darauf einzugehen, ist der vierten Macht einer Demokratie unwürdig. Wobei, ich bin kein Abonnent der FAZ und kann den hinter einer Paywall versteckten Artikel nicht ganz lesen. Ich verlasse mich damit auf den Teaser, in dem das wichtigste stehen sollte....  sollte.

In der Schweiz wiederum gab es einen Fall, in dem eine Frau sich nicht sicher war, ob sie sexuell belästigt wurde. Sie hat es untersuchen lassen und die Boulevardzeitung hat diese Untersuchung inkl. vollem Namen und Foto in die Öffentlichkeit gezerrt. Der Verlag wurde wegen dem Vorgehen verurteilt. Schlimmer sind die Reaktionen von einzelnen (Politiker betreiben die Frau ungerechtfertigt auf hohe Beträge) und der Presse. Insbesondere die Weltwoche als Parteiblatt der SVP treibt es bunt. Und das obwohl der stellvertretende Chefredaktor schon mehrfach verurteilt wurde. Wieso kann ein Verurteilter noch immer Vertreter der vierten Macht im Staat sein?

Im gleichen Zusammenhang wurde der Ringier-Verlag vom Presserat gerügt, weil er Artikel zum oben genannten Fall aus der Schweizer Mediendatenbank gelöscht hat: «Ringier verfälscht historische Wahrheit»

Man nennt die Presse (zumindest bei uns) die vierte Macht im Staat. Nebst der Legislative, der Judikative und der Exekutive braucht es diese Macht. Die drei vorgenannten Instanzen müssen das Gefühl haben, kontrolliert zu werden und sie müssen kontrolliert werden. Der Souverän wählt und kann je nach Staat auch Abstimmen / Referenden einreichen. Aber die kontrollierende Macht im Staat ist die Presse. Der Fall Strache zeigt es, andere Fälle zeigen es. Und wenn sich die vierte Macht dazu herablässt, reine Politiksprachrohre zu sein, dann ist etwas falsch. Ja, jeder Schreiber hat eine Präferenz. Ja, keine Zeitung ist vollkommen unabhängig. Aber das Aufkaufen von Zeitungen durch politische Akteure oder deren Sponsoren hat seit Jahren Konjunktur. Noch mehr Konjunktur hat es, Journalisten mundtot machen zu wollen und auch hier gibt es mitten in Europa einen aktuellen Fall, in dem ein Reporter arg angegangen wurde.. Nicht nur in der Türkei und anderen, osteuropäischen Staaten. Mittendrin, in einem Land, in dem man es vor ein paar Jahren nicht gedacht hätte. Wer das nun sieht, sieht die Tendenzen auch in anderen europäischen Staaten.

Nicht nur die altgedienten Parteien (welche lange sehr wohl gute Arbeit geleistet haben), auch die altgedienten Herausgeber sollten die Jungen ran lassen. Ehrliche Typen mit viel Engagement und Träumen. Die ehrlichen Typen, die uns erlauben, uns ohne Propaganda eine Meinung zu bilden. Die uns nicht manipulieren wollen, sondern einfach nur ihre Sicht der Dinge wahrlegen. So transparent und neutral wie möglich. Einfach ehrlich halt. Und mit Biss gegenüber allen. Unbequem, wo notwendig. Und vielleicht, nur vielleicht, nehmt Ihr die vielen kleinen Blogger mit, die Freiwilligenarbeit leisten. Manchmal unwichtige wie mich. Manchmal solche, mit mehr Reichweite. Verstosst sie nicht, nur weil sie anders Schreiben, eine andere Art der Berichterstattung gewählt haben. Oder, weil sie nur ihre eigene Meinung äussern. Profitiert von ihnen.

 

Geschrieben von Chr. M. Flury

27.07.2019 um 14:32:00



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