Antwort auf die Frage Christians´"Was ist die EU" kann ich nicht geben.
Aber einen älteren Artikel aus meinem alten und erfolglosen Blog kann ich euch anbieten:
Ich verspreche, euch nicht wieder mit altem Geschreibe von mir zu belästigen, aber dermal passt es einfach zu wunderbar.
Europäische Union
ES IST EINFACH NICHT WAHR.
DIE SACHE MIT DEM VEREINIGTEN EUROPA, 25 STAATEN UND VIELE MILLIONEN MENSCHEN UNTER EINEM HUT – SIE IST NICHT WAHR. JA, ES GIBT ZWAR EINE HYMNE (WUSSTEN SIE DAS?) UND EIN BANNER, ABER SCHON DIE FAHNE (höhn) IST FALSCH, WEIL VIEL WENIGER STERNE ALS MITGLIEDER DARAUF SIND.
Am 1. Mai (2004), beim Anschluß der „Neuen“, da sprach so manch einer in bewegten Worten von der großen Familie Europa. Unsere Frau Dr. Peinlich, die ehemalige Aussenministerin (Österreich) verstieg sich gar zur Wortschöpfung der „europäischen Identität“ und jeder sonstige Redner sagte zumindest einmal etwas vom „großen Tag“.
Man möge mich für einen Nestbeschmutzer halten, ich nenne die ganze Sache ein riesiges faules Ei.
Zur Erinnerung: Durch die Einführung des Euro wird nichts teurer, so hieß es vorab. Dann war dieses hässliche Geld da und alle die Sachen, die zuvor öS 100,-- gekostet haben, waren um € 10,-- zu haben. Löhne bzw. Gehälter ausgenommen.
Wir hören noch den Jubel über die steigenden Marktchancen, das Jauchzen über all die Innovationen und technischen Entwicklungen, die Verweise auf neue Arbeitsplätze. Es ist jetzt ruhig geworden nach dem Anschluß, der Hut, aus dem all das heraushoppeln sollte, der scheint ein Loch zu haben.
Mag sein, ich bin zu vorschnell in meiner Kritik, aber nachdem die Party vorbei war und die große glückliche Europafamilie wieder vergeblich beim Arbeits- oder Sozialamt anstand, da zeigte sich etwas Bedrohliches. Alle unter einem Knebel, so der Eindruck, der bei der Lektüre diverser EU-Richtlinien, Gesetze oder Verordnungen entsteht. Nachdem so manches an verbalem Geblüme verstummt ist, kommt der Saldo:
Der Markt, der grenzenlose allumfassende Markt, der zu jeder Zeit und überall produziert und verkauft, also dieser Markt dürfe nicht behindert werden.
NIEMALS!
Dafür gibt es die EU und die Unterordnung unter deren Diktat eines - alle Lebensbereiche dirigierenden - Marktes ist ihr einziges Gesetz.
Der Rest bleibt Verschönerung oder Verschleierung, einfach Lüge.
Ich habe mich durch einen Wust von Papieren gelesen, Beschlüsse und Verordnungen durchforstet, Ratsempfehlungen und diesbezügliche juristische Auslegungen studiert. Unter dem Strich bleibt als Prämisse: die Eliminierung jeglicher Produktions- und Handelshindernisse.
Wohl wird auch die Umwelt erwähnt, der Schutz des Lebens, mitunter auch das Wohl der Gesundheit.
Aber in allen, ausnahmslos in allen Papieren findet sich in Bezug darauf in etwa der Passus: „… sofern dies die Marktentwicklung sowie die Wettbewerbsfähigkeit nicht beeinträchtigt.“
Tja, liebe Leute, nix is mit der romantisch-süßlichen Vorstellung der Gleichheit aller Völker, die EU ist eiskaltes Wirtschaftskalkül.
Der aufmerksame, die geschätzte(n) Leser(in) mag nun fragen, WER denn der Markt sei, WER denn eigentlich für solch eine Dynamik verantwortlich sei. Sind wir denn nicht alle Teil des großen Wirtschaftsgetriebes? Ich nehme Anleihe am Kriegsvokabular und nenne das Wort Kanonenfutter. 60 Jahre nach dem zweiten Weltkrieg und auf Ebene eines Marktdiktates sagt man Konsument dazu. Konsument ist herkömmlich jemand, der durch seine Tätigkeit die große Produktionsmaschine mit in Gang hält, dafür Almosen in Form von Spielgeld erhält und dieses wieder für Produkte des Marktes ausgibt, von denen er (sie) die meisten nicht benötigt.
Ein Nachweis?
Mitte der 70er Jahre errechneten die Mitglieder des Club of Rome, daß es für die Beibehaltung des aktuellen Lebensstandards in den westlichen Industrieländern genüge, wenn jeder Erwerbstätig 4 Stunden pro Werktag seiner Tätigkeit nachginge.
Knapp 30 Jahre später ist die übliche Arbeitszeit mit +/- 40 Stunden pro Woche unverändert.
Das heißt mehr als ein Vierteljahrhundert haben alle doppelt so viel an Arbeit investiert als nach oben genannter Studie nötig.
Wo ist das Geld? Haben Sie was davon gesehen?
Hat sich, lieber Leser, werte Leserin, Ihr Wohlstand vervielfacht? Ich spreche von der Dimension, welche sichtbar sein müsste, wenn wir den durchschnittlichen Lebensstandard von 1975 als Basis nehmen.
Ein weiteres Beispiel:
In den letzten zehn Jahren hat sich das Welt-Bruttosozialprodukt mehr als verdoppelt, der Welthandel hat sich verdreifacht. Das heißt, ungeheure Reichtümer und unermesslicher Überfluß sind entstanden. Das sind Summen, die viele von uns nicht einmal schreiben, gechweige denn sich vorstellen können.
Pardon: Hat sich bei Ihnen auch irgendetwas verdoppelt oder verdreifacht?
Ach, der Schuldenberg! Ja, aber der war nicht gemeint.
Also SIE haben von der Vervielfachung nichts abgekriegt? Dann ist wohl alles auf die andere Seite des Erdballes gerutscht, zu den so genannten Drittländern, nach Asien oder auf den schwarzen Kontinent.

Dort ist der Überfluß also bestimmt auch nicht.
Dabei könnte die gegenwärtige Nahrungsproduktion der Erde 12 Mrd. Menschen ohne weiteres täglich mit 2700 Kalorien versorgen.
Folglich ist jedes verhungerte Kind, jeder Hungertote dieser Welt ermordet worden. MORD durch Verteilung der Güter, MORD durch Konzentration des Reichtums.
Wollen Sie etwas über Einkünfte wissen?
Ein Managergehalt beläuft sich an der Untergrenze auf das 30- fache eines Facharbeiterlohnes. Viele Unternehmen zahlen ihren Führungskräften weit mehr, mitunter bis zum 130-fachen der oben genannten Summe.
Lassen Sie uns rechnen:
Ein Facharbeiterlohn = ca. 1.500,- € monatlich
1.500 x 30 x 14 = 630.000 € pro Jahr.
In der Oberliga: 1.500 x 130 x 14 = 2.7 Mio € pro Jahr.
Den Durchschnitt beider Summen, also etwa 1,75 Mio pro Jahr, multiplizieren wir mit der Anzahl der Managerpositionen in diesem Land.
Dann wissen wir recht genau, wie schlecht es „der Wirtschaft“ geht.
Übrigens: Mit 10 bis 15 solcher Gehälter ließe sich obige Hungerbilanz rein rechnerisch um mehr als 2/3 reduzieren.
Was hat das mit der EU zu tun?
Die Europäische Union ist ein weiterer Finger an des Mörders Hand, die anderen heißen USA, Weltbank, IWF (Int. Währungsfonds) und WTO (World Trade Organisation). Ihre Animateure haben Namen, z.B. Monsanto, DuPont, Nestle, Bayer, Syngenta – hinter diesen Bezeichnungen stehen die Gesichtslosen, die Unfaßbaren, das internationale Finanzkapital. Rund 200 Großkonzerne, deren Verflechtungen und Tochtergesellschaften kaum jemand transparent machen kann, also 200 Großkonzerne wie die oben genannten konzentrieren ca. 25% aller verfügbaren Güter, Waren, Finanzen und Machtbefugnisse.
Eine – relativ neue – Bühne Ihres Würgegriffs ist Europa, das Staatenbündnis jener, denen das Fell über die Ohren gezogen wird.
„Ja, der Profit“ - ich sehe Achselzucken und höre den resignierenden Tonfall - „da kann man nichts machen.“ Natürlich kann man!
Es braucht eine Menge Ehrlichkeit und ein schönes Stück Zivilcourage, aber man kann.
Wollen Sie wissen, wie man anderswo bereits gekonnt hat?
In Mexiko, wo das Finanzkapital die Menschen um Grund und Boden, um jegliche Lebensgrundlage zu bringen droht, dort ist ein Netz entstanden. Leute haben sich nach und nach vom System abgekoppelt und eine Substruktur entstehen lassen, welche dem Würgegriff weitgehend entzogen ist. Es gibt Sub-Vertriebssysteme, Sub-Märkte, Sub-Währungen und sogar ein eigenes Sub- Sozialsystem. Die Mächtigen schäumen, die Ärmsten können leben, freilich geht so etwas nicht unblutig ab. An hunderten Orten der Welt passiert Ähnliches, Menschen entdecken die große Marktlüge und jene, die dahinter stecken – und hören auf, den großen Blutsauger zu nähren.
Ein kleines Rechenbeispiel:
Wenn Sie Geld auf Ihrem Konto haben, zahlt Ihre Bank dafür Zinsen, im Regelfall 0,25% abzüglich einer Kapitalertragsteuer.
Sind Sie dagegen im Minus, nimmt Ihnen die Bank bis zu 16% zuzüglich Bearbeitungsgebühren ab.
Das ist im genannten Extremfall das 64fache oder 6400% von dem, was Sie kriegen.
Die gleiche Bank behält bei jeder Überweisung den transferierten Betrag an einem mysteriösen Ort namens „in der Bearbeitung“ für die Dauer von 2 bis 4 Tagen.
Wenn nur 4 Mio. Bürger (Österreich) dieses Landes Einkünfte haben, welche per Konto zur Anweisung kommen und jeder würde bloß 1000,-- pro Monat erhalten, dann sind ... für 2 bis 4 Tage 4.000.000.000 kostenlos in den Händen der Bank!
Haben Sie eine Ahnung, welchen Gewinn ein Spekulant mit 4 Mrd. Euro in ein paar Tagen machen kann?
Ihr Geldinstitut macht diesen Gewinn mit dem „versteckten“ Geld Monat für Monat, immense Summen. Sehen SIE irgendetwas davon?
Eine Beteiligung, Zinsen fürs Herborgen? Nein, aber als Kreditnehmer bei der gleichen Bank zahlen Sie – über längere Laufzeit hinweg – keine 5 oder 10%, sondern ein Drittel bis die Hälfte der entlehnten Summe als Zinsen zurück.
Was Sie da tun können?
- Keinen Kredit nehmen, das Geld fürs Leben im Börsel tragen und beim Geldinstitut über Ihre Kontokosten bzw. Zinsen mit Nachdruck verhandeln. Sie würden schauen, wenn Sie wüssten, welchen Spielraum es dabei gibt.</li>
- Und darüber hinaus auf den Kauf von Waren verzichten, die in mehr als 100km Entfernung erzeugt worden sind.
- Keine Überseeprodukte verwenden, die nicht FAIRTRADE gehandelt werden. Radikal in der Region; im Dorf, bei örtlich ansässigen Unternehmen kaufen und vor allem Ihren Bedarf sondieren.
- Sehen Sie sich um in Ihrem Heim, öffnen Sie die Schränke und Laden, gehen Sie in den Keller.
- Was Ihnen dabei unterkommt - das brauchen Sie alles? Ich rede hier nicht von irgendwelchen Limitierungen, also wie viele Sachen pro Person in Ordnung sind oder so. Ich rede von dem unglaublichen Haufen an Krempel, den nahezu jeder von uns mit sich herumschleppt. Dinge, die wir jahrelang nicht benützen oder deren übliche Frequenz an sich so gering ist, dass jede dörfliche Ansiedlung mit 1 bis 2 Stück davon auskäme.
Wenn Sie erkannt haben, was alles während der letzten 12 Monate nicht in Verwendung war, können Sie eine Ahnung vom echten Bedarf kriegen.
Das Andere, das Viele, das ist die Falle, der Bluff des so genannten freien Marktes.
Es soll uns vorgaukeln, dass es uns gut geht, dass wir zufrieden sind, dass sanftes Wohlergehen uns umflutet.
Freilich, wir haben eine Menge Dinge, aber hat Wohlstand nicht in erster Linie mit Wohlbefinden zu tun?
Wenn Sie jetzt sagen, dass das Leben Ihnen wohl befindet, dann sind sie entweder die rühmliche Ausnahme oder ein Flunkerer.
20% der Bevölkerung erleiden im Laufe ihres Lebens eine schwere, über mehrere Jahre andauernde Dpression.
Das sind die offiziellen Zahlen. Rechnen wir 50% Dunkelziffer dazu und schätzen noch mal soviel an anderen psychischen Störungen wie Angstzustände, nervöse Spannungen oder Panikattacken. An die 2/3 der Bewohner dieses Landes geben an, an permanentem Streß zu leiden, 15% laborieren an chronischen Leiden.
Es gäbe in der Aufzählung noch ein paar Randgruppen zu erwähnen, aber im Großen und Ganzen bleiben Sie und ich.
Folglich begibt sich nahezu jeder in diesem Land irgendwohin zur Behandlung, Beratung oder Betreuung. Rein rechnerisch sind eine unglaubliche Masse an Leuten in Therapie, beim Psychiater, auf Kur, regelmäßig beim Arzt bzw. zumindest in Coaching.
Nehmen wir noch die Energiearbeiter, die Licht und Liebeheiler sowie die anwachsende Summe exotischer oder selbst erfundener Behandlungsmöglichkeiten dazu … dieses Volk ist augenscheinlich krank.
Krank in der Seele, krank im Herzen, krank im Leib und in der Psyche.
Erinnern Sie sich? Wir sprechen über Wohlstand und Wohlergehen im Jahr 2007.
Könnte es sein, daß die breite Palette der offensichtlichen Leiden mit der Tatsache zu tun hat, dass alle 7 Sekunden ein Kind verhungert, dass alle 0,8 Sekunden ein Mensch an Hunger stirbt? Exakter ausgedrückt: ermordet wird?
Noch nie gab es so viel Nahrung auf der Welt, noch nie so viele Güter.
Niemals in der Geschichte sind so viele Menschen in so kurzer Zeit verhungert, niemals hatte das Leben so wenig Wert.
Es ist sehr dunkel geworden auf der Erde.
Könnte es sein, daß wir Menschen in Europa Komplizen der Lüge sind? Handlanger, Mittäter aus Lethargie?