Ihr wisst es, ich bin kein Freund von Google. Aus diesem Gesichtspunkt habe ich bereits vor einigen Monaten die
AGB und die Datenschutzbestimmungen von Google und darin insbesondere die Datenschutzrichtlinien ein bisschen studiert und im WD Wiki veröffentlicht. Leider ist das Wiki vor einigen Monaten dem gleichen Servercrash anheim gefallen wie dieser Blog. Dass dabei ein paar wirklich gute Artikel verloren gingen lässt sich nicht leugnen. Man lernt nie aus, nicht wahr?
Mangels auch nur einigermassen vorhandener Englischkenntnisse habe ich mich auf die Deutsch geschriebenen
AGB / Datenschutzbestimmungen gestürzt. Bei Google heissen sie vermutlich
Nutzungsbedingungen.
Punkt 5 dieser Nutzungsbedingungen ist bereits interessant. Insbesondere für spätere Erklärungen von mir solltet Ihr diese Passage aufmerksam lesen (wobei, wer liest meinen Blog schon nicht aufmerksam?):
Wenn Sie Inhalte in die Dienste einstellen, räumen Sie dadurch Google (und den zur Google Gruppe gehörenden Unternehmen sowie den Vertragspartnern von Google) das nichtausschliessliche, weltweite und zeitlich unbeschränkte Recht ein, diese Inhalte für die Dienste zu nutzen, insbesondere die Inhalte zu vervielfältigen und anderen Nutzern öffentlich zugänglich zu machen. Für Inhalte, bei denen Sie festgelegt haben, dass diese anderen nicht zugänglich gemacht werden dürfen, wird sich Google an diese Vorgabe halten, es sei denn, Google ist aus rechtlichen Gründen gezwungen, diese Inhalte offen zu legen (z.B. gegenüber Strafverfolgungsbehörden).
Aha... was ich bei Google speichere und nicht ausdrücklich als privat kennzeichne, darf öffentlich gemacht resp. anderen zur Google (G)-Group gehörenden Unternehmen zugänglich gemacht werden. Falls Du nicht genau weisst, was alles zu Google gehört... hier eine kleine
Aufstellung der von Google angebotenen Dienste.
Die
NZZ listet ein paar der von Google angebotenen Dienste auf:
Seit dem Börsengang vergeht kaum eine Woche, in der Google nicht mit der Ankündigung neuer Dienstleistungen für Schlagzeilen sorgt. Die meisten dieser Dienstleistungen sind für die Endanwender gratis, sie werden hauptsächlich durch Werbung finanziert. Google ist eine Suchmaschine. Google ist auch ein Newsdienst und ein Taschenrechner, der im Suchfeld mathematische Ausdrücke entgegen nimmt und auswertet. Google ist ein E-Mail-Anbieter, Google ist ein Multimedia-Archiv, Google ist ein geographisches Informationssystem, Google ist ein Diskussionsforum. Google ist ein Software-Anbieter, der Programme - auch als Bestandteil von Google-Hardware - für die Dokumentenverwaltung liefert. Google ist eine Anzeigenvermittlung, eine Mitfahrzentrale, ein Heiratsinstitut. Und Google ist vielleicht bald auch eine Telefongesellschaft: Vergangene Woche wurde Google Talk vorgestellt, eine Applikation für das Instant Messaging (IM). Man kann damit interaktiv in Echtzeit geschriebene Botschaften austauschen oder über Internetverbindungen Telefongespräche führen.

Nett, oder? Vergessen wir dabei Google Earth und Google Health nicht und nehmen Orkut, die neue Community von Google hinzu... da kommt schon innerhalb der Google.Inc einiges an Daten zusammen. Youtube gehört genauso zu Google wie Doubleklick, einer der Giganten in der Branche Internetwerbung. Man sollte hier vielleicht noch die Aussage vom Chairman und CEO Eric Schmidt (Google Inc.) lesen, damit die Tragweite wenigstens annähernd erfasst werden kann. Er sieht das Ziel von Google darin so viele Daten zu sammeln, dass Google Fragen wie "Was mache ich heute" oder "Womit soll ich mich jetzt beschäftigen?" beantworten kann.
Aber es gibt ja Datenschutzbestimmungen, die auch für Google gelten. Denkst Du jetzt, oder?
Google sammelt persönliche Informationen, wenn Sie sich für einen Google-Service anmelden oder anderweitig derartige Informationen freiwillig bereitstellen. Wir kombinieren unter Umständen die von Ihnen eingeholten Informationen mit denen von anderen Google-Services oder Drittanbietern, um die Nutzererfahrung zu optimieren, einschließlich der Anpassung von Inhalten an Ihre Anforderungen.
Jaja... hatten wir schon einmal in den Nutzungsbedingungen.
Google verwendet Cookies und andere Technologien, um Ihre Onlineerfahrung zu verbessern und um zu erfahren, wie Sie die Google-Services nutzen. So lässt sich die Qualität unserer Services optimieren.
Cookies sind kleine Dateien, die von Webseiten auf Deinem PC abgespeichert werden. In diesen Dateien sind oft Daten, wie zum Beispiel der letzte Besuch der Seite. Cookies kannst Du mit Hilfe Deines Browsers blockieren. Allerdings musst Du dann damit rechnen, einige Seiten nicht mehr nutzen zu können. Zumindest nicht mehr so, wie auch schon. Interessanter sind "andere Technologien". Darunter versteht Google unter anderem WebBacons. Du kannst WebBacons nicht steuern, nicht blockieren. Du siehst sie nicht, Du spürst sie nicht. Aber sie vermitteln Google Daten über Dich und Dein Surfverhalten.
Für was braucht Google eigentlich unsere Daten?
Wir verwenden persönliche Informationen beispielsweise für die Bereitstellung von gewünschten Services, einschließlich der Services mit angepassten Inhalten und angepasster Werbung.
Zudem verwenden wir persönliche Informationen gegebenenfalls für Überprüfungen, Untersuchungen und Analysen, um Google-Technologien und -Services bereitzustellen und zu verbessern.
Aha... Angepasste Inhalte, Überprüfungen, Untersuchungen und Analysen. Wenn's schön macht....
Wir geben unter Umständen zusammengefasste entpersonalisierte Informationen an Drittanbieter außerhalb von Google weiter.
Verarbeiten wir gemeinsam mit Drittanbietern Ihre persönlichen Informationen, wird von diesen verlangt, dass sie dabei gemäß unseren Datenschutzbestimmungen sowie anderen maßgeblichen Datenschutz- und Sicherheitsmaßnahmen vorgehen.
Welche ja so streng nicht sind... die Datenschutzbedingungen von Google meine ich.
Google verarbeitet persönliche Informationen auf seinen Servern in den USA und in anderen Ländern. In manchen Fällen verarbeiten wir persönliche Informationen auf einem Server, der sich außerhalb Ihres Landes befindet.
Das Interessante daran ist, dass dann das Datenschutzgesetz, falls überhaupt vorhanden, vermutlich auch leicht anders ist.
Google bietet natürlich auch
erweiterte Informationen an.. man soll sich ja so richtig reinlesen können, in die Materie Datenschutz bei Google.
Da steht dann etwas ausführlicher, was ich etwas weiter oben schon erwähnt habe. Es lohnt sich aber trotzdem, noch ein bitzeli reinzulesen!
Zum Thema Cookies:
Wenn Sie Google aufrufen, senden wir ein oder mehrere Cookies an Ihren Computer. Ein Cookie ist eine kleine Datei, die eine bestimmte Zeichenfolge enthält und Ihren Browser eindeutig identifiziert. Mithilfe von Cookies verbessern wir die Qualität unserer Services, indem Nutzereinstellungen gespeichert und Nutzertrends aufgezeichnet werden, beispielsweise die Art und Weise, wie Personen suchen. Außerdem verwendet Google Cookies in seinen Werbeprogrammen, um Inserenten und Publisher dabei zu unterstützen, Anzeigen im gesamten Web zu schalten und zu verwalten. Möglicherweise setzen wir ein Cookie in Ihren Browser, sobald Sie eine Website aufrufen und eine Anzeige anzeigen oder anklicken, die von den Werbeprogrammen von Google unterstützt wird.
Warum Google übrigens Cookies auf meinem PC hinterlässt, selbst wenn ich die Webseiten von Google Inc. nicht aufrufe, ist mir
nicht klar. Trotzdem finde ich es eine Frechheit, mein Surfverhalten zu speichern, auch wenn ich Dienste von G nicht in Anspruch nehme!
Stell Dir vor, Du surfst auf einer Webseite mit politischen Inhalten, nennen wir die Website Ypsilon. Auf diesem PC ist nun Google Adsense eingebunden. Automatisch ist bei G nun bekannt, dass jemand mit der IP XX auf der Website war. Wenn Du Dich nun 5 Minuten vorher bei irgend einem von Google angebotenen Dienst angemeldet hast weiss Google, dass Du auf der Seite Ypsilon warst. So einfach geht das... Ach... blogger.com gehört auch zur Goolge Inc.
Woher Google Deine IP weiss?
Wenn Sie auf Google-Services zugreifen, zeichnen unsere Server automatisch Informationen auf, die Ihr Browser beim Besuch einer Website sendet. Diese Serverprotokolle können folgende Informationen enthalten: Ihre Webanfrage, Ihre IP-Adresse, den Browsertyp, die Sprache des Browsers, Datum und Zeitpunkt Ihrer Anfrage sowie einen oder mehrere Cookies, die Ihren Browser eindeutig identifizieren.
Mit den Cookies und WebBacons verbindet Google die Daten und kann ein engmaschiges Netz auswerfen und so Daten sammeln, von denen Du nicht mal weisst, dass Du sie soeben preisgegeben hast.
Cookies von Google sind übrigens
30 Jahre gültig.
Wir bieten einige unserer Services in Verbindung mit anderen Websites an. Persönliche Daten, die Sie diesen Websites zur Verfügung stellen, können an Google gesendet werden, um den Service zur Verfügung zu stellen. Diese Informationen werden im Einklang mit diesen Datenschutzbestimmungen von Google verarbeitet. Für diese Partner-Websites gelten möglicherweise abweichende Datenschutzmaßnahmen. Wir empfehlen Ihnen daher, die betreffenden Datenschutzbestimmungen zu lesen.
Google verarbeitet persönliche Daten nur für die Zwecke, die in dieser Datenschutzbestimmung und/oder den zusätzlichen Anmerkungen zum Datenschutz für bestimmte Services beschrieben werden. Zusätzlich zu den oben genannten sind dies folgende Zwecke:
Bereitstellung unserer Services für Nutzer, einschließlich der Anzeige benutzerdefinierter Inhalte und Werbung;
Überprüfung, Forschung und Analyse zur Verwaltung, Verbesserung und zum Schutz unserer Services;
Gewährleistung des ordnungsgemäßen Betriebs unseres Werbenetzwerks und
Entwicklung neuer Services.
Was auch immer man unter neuer Services verstehen will...
Also... Google sammelt Daten, um uns damit den perfekten Service zu bieten. Nette Sache, oder? Allerdings möchte ich gerne selber bestimmen, welche Daten wohin fliessen. Es geht Google nichts an, wenn ich auf einer Seite surfe, bei der Google Adsense (Werbung) eingebunden wurde. Schlicht, weil ich die Einblendung von Werbung nicht beeinflussen kann.
Wohin führt uns das
gPhone in Sachen Datenschutz?
Mutipliziere diese Informationen nun mit all den Seiten, auf denen Google Adsense und / oder eine Google Suche eingebunden sind und erweitere die Rechnung um alle Angebote, deren Anbieter zur Google Inc. oder einer Tochtergesellschaft gehören oder mit einer dieser Firmen Geschäftsbeziehungen haben. Als Sahnehäubchen nimmst Du noch Google Analytics hinzu und Georg Orwells BigBrother ist gegenüber Google schlicht ein Märchen von den Gebrüdern Grimm. Auch wenn die manchmal ziemlich horrormässig waren.
Früher oder später kriegen sie Dich!
Hier noch ein paar wenige Links zum Thema:
telepolis
Tagesschau (Deutschland)
vergleicht G mit Microsoft
Stern
ORF
Meine Meinung? Ich würde auf den Monopolisten verzichten und kleinere Suchmaschinen bevorzugen.