Bild Yarik
Blogger sind das Gewissen des Internets oder wollen sich zumindest so sehen. Zumindest viele davon... Ich spreche hier wohlweislich nicht von Bloggern, die einfach eine Website auf einem Blogsystem betreiben sondern von Bloggern, die auch wirklich bloggen. Es geht nicht um Pseudoseos, den Blog zur Suchmaschinenoptimierung verwenden und sich und ihren Blog wie die Huren im Internet verkaufen. Es geht um die Blogger, die sich etwas denken beim schreiben,, Meinungen weiter geben wollen und damit auch zur Meinungsbildung beitragen. Dabei ecken sie an manchen Orten an und erhalten schon mal die eine oder andere Schelte in Form einer E-Mail, eines eingeschriebenen Briefes oder sogar in Form einer Abmahnung.
Meinereiner stellt fest, dass immer mehr Firmen versuchen, sich frei zu kaufen. Erst gestern habe ich wieder einen Anfruf erhalten, bei dem mich ein Firmenvertreter einer sehr grossen Firma gebeten hat, einen Artikel zu löschen. Er hat nicht die Aussagen im Artikel bestritten, er wollte nur dass der Artikel in den Suchmaschinen nicht mehr zu sehen sind. Das Gespäch ging dann auch ein paar Minuten... und als er keinen Erfolg hatte kam denn auch das schon fast übliche Angebot zur Zusammenarbeit. Ja, Meinungsfreiheit sei ihm wichtig... und man schalte aktuell ja sehr viel Werbung im Netz und könne sich gut vorstellen, auch auf meinem Blog Werbung zu schalten.
Schweigen, die Gedanken rasen und ganz kurz kommt die Versuchung zum Vorschein. Dann aber siegt das bisschen Ehre, das man selber noch zu haben scheint. Nicht etwa, weil man sich selber dann nicht mehr in den Spiegel schauen kann. Nein, aber was denken die anderen, wenn auf einmal zu einem bestimmten Thema der Artikel fehlt und dafür Werbung erscheint?
So oder ähnlich sind mir Gedanken durch den Kopf gegangen. Also, ein deutliches Nein durch den Kommunikationskanal gehaucht und sich dabei selber gefragt, ab welchem Preis man käuflich sein würde. Denn käuflich ist jeder von uns, es kommt nur auf den Preis an.
Dazu kommt noch ein anderer Gedanke... welche Blogger haben sich schon kaufen lassen? Ist es bereits ein Eingeständnis, wenn man zum Beispiel Rezensionen schreibt für Trigami oder genügt die deutliche Kennzeichnung? Darf ein Blogger überhaupt Werbung auf seinem Blog einbinden oder gerät er dadurch bereits in eine Abhängigkeit, die seine Meinung beeinflussen? Oder macht es einen Blogger unabhängiger, wenn er Webrung einbindet?
Ich kann die Fragen nur für mich selber beantworten. Dabei kann ich zwar keine klare Linie ziehen für alle Blogger, aber für mich selber. Doch diese Linie muss ich immer wieder neu definieren. Mal schauen, wie lange ich einer der Unbestechlichenbin.
Beitraege






