Hmmm das müsste irgendwo zwischen 1984 und 1988 angesiedelt sein... Basel, im Restaurant Commerce (?). Man waren das Abende. Da wurde gejasst (nicht gejazzt!), gelacht und gesoffen. Kein Wettsaufen wie es heute stattfindet... einfach so zusammen trinken und fröhlich sein. Dass dabei das eine oder andere Lied gesungen wurde, wer kann es uns verdenken? Die Lieder haben mich auch durch meine Militärzeit begleitet... immer wieder sind sie aufgetaucht, wurden gesungen und, man mag es nicht glauben, Gemeinschaften gefördert. Auch "take me home" von John Deutschendorf.
Wie sagt das Sprichwort?
Wo Musik ist, da lass Dich nieder, böse Menschen kennen keine Lieder.
Naja... inzwischen kennen auch böse Menschen Lieder. Leider... das Leben wird nicht einfacher
In Sion waren wieder die Hooligans unterwegs, diesmal aus Basel. OK, der FC Basel macht wirklich etwas gegen Hooliganismus. Blos, scheinbar macht er das falsche.... Bereits vor dem Spiel ist es zu Ausschreitungen gekommen, nach dem Spiel attackierten rund 50 Basler die Sicherheitskräfte. Dabei wurden 2 Sicherheitsdienstmitarbeiter von den gewaltätigen Fans verletzt.
Frage: Wie hoch wird die Strafe ausfallen? Wird es Geisterspiele geben analog FC Zürich? Es kann und darf nicht sein, dass die Hooligans immer wieder davon kommen! Dass weder NZZ, noch 20Minuten oder eine andere von mir besuchte Zeitung (siehe auch Pfeifenbläser) eine Information darüber gebracht haben, wundert mich nicht. Man darf solchen Themen ja keine Plattform geben. Vielleicht sollen solche Themen auch nur unter den Tisch gekehrt werden.
Ich fordere Nulltoleranz, höhere Sicherheitsmassnahmen und drastische Strafen. Wer sich nicht klar distanziert unterstützt Gewalt und nimmt in Kauf, dass es Verletzte gibt. Muss es Tote geben?
Die Zeitungen sind voll, niemand ist Schuld und alle verlangen drastische Strafen. Natürlich hat das alles nichts mit der EM08 zu tun, denn dafür werden die entsprechenden "Fans" ja keine Tickets ergattert haben. Meinen zumindest die Experten:
Christian Kern, CEO der Stadionbetreiberin Basel United, betont:
Clubfussball lässt sich mit der Euro nicht vergleichen. An der EM sind alle Tickets personifiziert und die Daten der Besitzer hinterlegt.
Jaja... und die Tickets werden auch nicht weiterverkauft und jeder Ausweis wird überprüft... Wo er Recht hat ist mit der Aussage, dass sich Clubfussball nicht mit einer EM vergleichen lässt. Das Publikum ist gemischter. Im Stadion....
Benedikt Weibel, Euro-Delegierter der Schweiz, sagt der Zeitung «Sonntag»:
Heikel wird es dagegen überall dort, wo es sehr viele Menschen und Kameras gibt, zum Beispiel in den Fanzonen.
Also, keine Kameraüberwachung mehr? Oder einfach nur noch dort überwachen, wo das Risiko eh minimal ist?
Polizeisprecher Mannhardt
Wer sich für Hunderte Franken ein Stadion-Ticket ergattert hat, trinkt sich nicht die Hucke voll und verhaut den Nebenmann. Grösser ist die Gefahr beim Public Viewing. (Anm. Public Viewing = UBS-Arena)
So im Blick Online von heute gelesen. Mir persönlich ist es eigentlich egal, wo die Krawalle stattfinden. Egal wo und wie viele. Einer ist zuviel! Die beste Aussage aber bringt Polizeisprecher Mannhardt am Schluss des Artikels noch einmal zum Thema UBS-Arena:
Die Polizei kommt nur, wenn dieser Dienst völlig überfordert ist» (Anm. Mit Dienst meint Mannhardt die Sicherheitsdienste in den Stadien und Public Viewings!)
Na dann danke... bis die Polizei auf Platz ist, dürfte einige Zeit vergehen. Hoffen wir, dass nur die Basler Polizei so fahrlässig ist und an den anderen Standorten vorgesorgt wird. Und dass die Polizei mit offenen Augen durchs Leben geht. Es braucht nicht Verletzte, damit eingeschritten wird.
Übrigens... auch anderswo macht man sich Gedanken und sucht Schuldige... zum Beispiel im Tages Anzeiger. Da wird erklärt, dass angeblich nicht die Südkurve sondern die Fangruppierung K4 (Kreis 4, ein Stadtkreis in Zürich) für die Krawalle am Match FCB gegen FCZ vom 2. Mai 2008 verantwortlich ist. Die Südkurve habe denn auch versucht, die K4 Anhänger zu bändigen... allerdings seien diese zu gut organisiert gewesen. Liest man wiederum in einem FCZ-Forum. Dass der Tagi hier noch gleich die
Secondos mit tiefem Bildungsniveau
für die Ausschreitungen verantwortlich macht scheint mir doch etwas primitiv. Vermutlich hat der herr Reporter keine Zeit gehabt, richtig zu recherchieren. Es liegt nicht am Bildungsniveau. Es gibt Journalisten, Banker und Leute aus allen Schichten, die als Hooligans unterwegs sind. Aber ich nehme gerne eine Adressliste der Beteiligten und lasse mich belehren.
Inspizient der Sicherheitsliga war übrigens Peter Landolt, seines Zeichens auch für die Sicherheit in den Stadien von Zürich zuständig...... Dort klappt es ja.
Hoffentlich war das der letzte Lehrplätz, den die Verantwortlichen zu zahlen bereit waren. Das nächste mal muss es klappen, ein Wiederholung der Ausschreitungen wie am Spiel vom 2. Mai 2008 darf es nicht mehr geben.
Video von Szenen nach dem Spiel FCB:FCZ vom 2.5.08:
Nach dem Spiel wurden die Fans des FCZ von den restlichen Zuschauern mittels mobiler Zäune und einem Sichtschutz abgegrenzt. Statt ein bischen geduldig zu sein und auch, für einmal, den Fehler bei sich selber zu suchen machen die Zürcher weiter und setzen auf Konfrontation. Dass die Polizei bei diesen Bildern auf Reizstoff und Gummischrot zurückgreift ist klar.
Frage: Wo waren die Fanbetreuer und die Verantwortlichen der Fanprojekte? Insbesondere die letzteren setzen doch immer auf Kommunikation? Aber wenn die Situation einmal aus dem Ruder läuft verstecken sie sich.... Wo sind die Sicherheitsverantwortlichen? Wo deren Vertreter in der SFL? Oder ist die SFL schon dermassen verfilzt, dass hier die Verbindungen mehr zählen als das Können und die Resultate?
Ein interessanter Artikel mit einer Zusammenfassung der Medienaussagen findet Ihr auf swissinfo. Auch der Standard aus Oesterreich berichtet...
Dass ein FCZ-Fanblog aus dem Zürcher Umfeld etwas pro FCZ-Fans berichtet verstehe ich noch einigermassen... normalerweise lese ich dort allerdings etwas neutralere Berichte. Vielleicht liegt es hier am Thema?
Eigentlich gehört es nicht in die Kategorie Sportliches, mit Sport haben die Vorkommnisse nur eines gemeinsam: Die Plattform. Das ist das einzige... was in Bern und Basel, ein paar Tage zuvor in Aarau passiert ist spottet jeder Beschreibung. Da geht es nicht mehr um Fans, die ein Bier zuviel getrunken haben. Es geht hier um im höchsten Grade gewaltbereite Personen, die Verletzungen Dritter nicht nur in Kauf nehmen sondern regelrecht wollen. Es hat absolut nichts mehr mit Fankultur jeglicher Art zu tun, wenn Magnesiumfackeln ins Publikum geworfen werden, Schlägereien angezettelt oder Stadien gestürmt werden. Es gibt auch keine Entschuldigung dafür. Absolut keine. Auch wenn die Politiker immer wieder Erklärungen und Entschuldigungen suchen... die Ursache ist nicht der Billettpreis oder die Warteschlange vor der Kasse. Die ursache liegt alleine in der Bereitschaft, ja im Willen Gewalt anwenden zu wollen.
Es gibt immer noch mehr Fans als Hooligans. Aber die richtigen Fans bleiben den Stadien immer mehr fern, wollen nichts mehr damit zu tun haben. Die Vereine erhalten Mails und Briefe, wieso nicht gegen die Hooligans vorgegangen wird, die Sicherheitsdienste und die Polizei dürfen / wollen aus politischen Gründen nicht durchgreifen. Das nächste Trauerspiel wird am 10. Mai in St. Gallen stattfinden. Das letzte Heimspiel des FC St. Gallen im alten Stadion Espenmoos bevor es in die AFG-Arena geht.
Was die Hooligans von Basel in Aarau (Hooligans des FCB versuchen mit Hilfe sich bereits im Stadion befindlicher Hooligans den Sektor zu stürmen, es gibt Verletzte beim Sicherheitsdienst) gemacht haben, die Zürcher in Basel (Hooligans des FCZ werfen Magnesiumfackeln in den Basler Familiensektor, auch hier gibt es Verletzte) und die Berner in Bern... die Strafe muss folgen, die Vereine müssten eine bestimmte Anzahl Auswärtsspiele ohne Fans anreisen müssen.
Das traurige Schauspiel der letzten Tage beweist es, die Hoogandatenbank ist notwendig, auch über die Euro hinaus. Es ist notwendig, hart und ohne Kompromisse durchzugreifen. Stadionverbote, Rayonverbote für mindestens 3 bis 10 Jahre. 3 D versagt, Nulltoleranz ist angesagt. Sowohl gegenüber Einzelpersonen als auch gegenüber von Gruppierungen. Es geht scheinbar nicht anders. Die Fanprojekte sind gescheitert, die SFL schläft oder macht Politik (was in Moment das gleiche ist) statt auf die erfahrenen Leute zu hören.
Obwohl der FC Basel ja längst nicht mehr so gut ist wie vor 2 Jahren... oder genau aus diesem Grund? Der FCB setzt nun auf Gentechnik um im Fussball die Spitze wieder zu erreichen. Scheinbar nützt es den Baslern nichts. Oder die Technik ist noch nicht so ausgereift wie es sich die Basler wünschen? Hier ein Auszug aus der Mitteilung auf der HP des FCB:
Die Basel United AG, Betreiberin des Stadions St. Jakob-Park in Basel, hat eine innovative Strategie zur umweltgerechten Abfallentsorgung gesucht. Und gefunden. Im St. Jakob-Park wird künftig der Abfall getrennt und ökologisch entsorgt. Sämtliche Catering-Artikel wie Trinkbecher für Bier, Mineral, Süssgetränke und Kaffee, sämtliche Karton-Teller und -Schalen, Servietten und auch das MatchProgramm werden aus nachwachsenden Rohstoffen hergestellt und können CO2-neutral abgebaut werden.
Die für die Entsorgung zuständige Firma weigert sich nun aber, die Abfälle entgegen zunehmen. Grund: Im Geschirr seien gentechnisch veränderte Inhalte. Damit sind wohl auch neben dem Spielfeld eher schwarze Zeiten angebrochen:
Bleiben wir fair! Ich wünsche dem FCB möglichst schnell eine Lösung des Problemes. Die Idee ist gut und sicher lobenswert, bei der Umsetzung steckt halt der Belzebub wieder mal im Detail.
Also, ich bin mir nicht sicher wer mir sympathischer ist, die Baaaasler oder die Zürcher. Irgendwie finde ich, kann man alle in den gleichen Topf werfen. Die Zürcher verpassen es, ein Stadion WM-tauglich zu machen weil der Schatten zu fest aufs Nachbargrundstück fällt und die Basler schütteln sich selber durch. Da Bohren die doch nach Erdwärme (in BASEL!) und was passiert? Nachdem sie auch noch Wasser ins Bohrloch jagen schlägt Mutter Natur zurück. Erdbeben, und zwar beinahe regelmässig. Na wer von Euch möchte schon gerne einen Einlauf haben, hm? Ausserdem, Basel war immer die Ecke der Schweiz, in der es am ehesten geschüttelt hat. Vor ein paar (hundert) Jahren wurde beinahe die ganze Stadt Basel bei einem Erdbeben zerstört.... Ausgerechnet da bohren die 5km in die Erde. Soll mal einer kommen und mir so eine Nadel in den Hintern jagen... DAS wäre ein Erdbeben!
Jaja, was den Zürchern das Stadion und die Trams ist den Baslern die Erdwärme und die Trämli. Vielleicht könnten wir die beiden Kantone ja nach Deutschland verkaufen?
Auch wenn ich Deine Meinung nicht teile. Das Recht, dass Du sie äussern darfst werde ich so gut es geht verteidigen! Meinereiner ist verbandelt mit... Securitas AG, Billag AG, TX WebSolutions GmbH, Chopard & Cie. SA (WC-Wasser), the consultant, Migros (da kaufe ich ein), Volvo (fahre ich), FC Aarau, SC Langenthal und vielen anderen netten Leuten. Also, alles andere als unabhängig. Aber wer ist das schon?