Man mag ein Fussballliebhaber sein oder auch nicht. In St. Gallen und auch in anderen neuen Stadien mit Mantelnutzung ist es auf jeden Fall schwer, an einem Spieltag zu shoppen ohne vom Fussball beeinflusst zu werden.
Am 18. Oktober war es auch in St. Gallen so. Die Zeitungen haben von der Bewährungsprobe für die neue AFG Arena gesprochen, die Mediensprecher von Polizei und der AFG-Arena von einem Hochrisikospiel. Scheinbar wurden die Hausaufgaben gemacht.....
Als die Aarauer dann am Spieltag ankamen, sah die Sache etwas anders aus. Private Fahrzeuge, die in den Anmarsch der Aarauer hineinfuhren und durch die Aarauer Sicherheitsbegleiter gestoppt werden mussten... Krawalle vor dem Stadion und eine scheinbar paralysierte Polizei. Das Warum können wir an dieser Stellen vermutlich nicht beantworten, wie es ausgegangen ist erfahren wir aus den Zeitungen. Es geht jetzt auch nicht darum, jemandem Schuld zuzuweisen. Aber die Verantwortlichen müssen unbedingt noch einmal über die Bücher und vor allem... in Zukunft müssen Architekten von Fussballstadien beweisen, dass sie etwas von Sicherheit verstehen. Was in St. Gallen geplant und aufgestellt wurde mag nett aussehen, sicherheitstechnisch ist es ein Affront.
Eigentlich gehört es nicht in die Kategorie Sportliches, mit Sport haben die Vorkommnisse nur eines gemeinsam: Die Plattform. Das ist das einzige... was in Bern und Basel, ein paar Tage zuvor in Aarau passiert ist spottet jeder Beschreibung. Da geht es nicht mehr um Fans, die ein Bier zuviel getrunken haben. Es geht hier um im höchsten Grade gewaltbereite Personen, die Verletzungen Dritter nicht nur in Kauf nehmen sondern regelrecht wollen. Es hat absolut nichts mehr mit Fankultur jeglicher Art zu tun, wenn Magnesiumfackeln ins Publikum geworfen werden, Schlägereien angezettelt oder Stadien gestürmt werden. Es gibt auch keine Entschuldigung dafür. Absolut keine. Auch wenn die Politiker immer wieder Erklärungen und Entschuldigungen suchen... die Ursache ist nicht der Billettpreis oder die Warteschlange vor der Kasse. Die ursache liegt alleine in der Bereitschaft, ja im Willen Gewalt anwenden zu wollen.
Es gibt immer noch mehr Fans als Hooligans. Aber die richtigen Fans bleiben den Stadien immer mehr fern, wollen nichts mehr damit zu tun haben. Die Vereine erhalten Mails und Briefe, wieso nicht gegen die Hooligans vorgegangen wird, die Sicherheitsdienste und die Polizei dürfen / wollen aus politischen Gründen nicht durchgreifen. Das nächste Trauerspiel wird am 10. Mai in St. Gallen stattfinden. Das letzte Heimspiel des FC St. Gallen im alten Stadion Espenmoos bevor es in die AFG-Arena geht.
Was die Hooligans von Basel in Aarau (Hooligans des FCB versuchen mit Hilfe sich bereits im Stadion befindlicher Hooligans den Sektor zu stürmen, es gibt Verletzte beim Sicherheitsdienst) gemacht haben, die Zürcher in Basel (Hooligans des FCZ werfen Magnesiumfackeln in den Basler Familiensektor, auch hier gibt es Verletzte) und die Berner in Bern... die Strafe muss folgen, die Vereine müssten eine bestimmte Anzahl Auswärtsspiele ohne Fans anreisen müssen.
Das traurige Schauspiel der letzten Tage beweist es, die Hoogandatenbank ist notwendig, auch über die Euro hinaus. Es ist notwendig, hart und ohne Kompromisse durchzugreifen. Stadionverbote, Rayonverbote für mindestens 3 bis 10 Jahre. 3 D versagt, Nulltoleranz ist angesagt. Sowohl gegenüber Einzelpersonen als auch gegenüber von Gruppierungen. Es geht scheinbar nicht anders. Die Fanprojekte sind gescheitert, die SFL schläft oder macht Politik (was in Moment das gleiche ist) statt auf die erfahrenen Leute zu hören.
Auch wenn ich Deine Meinung nicht teile. Das Recht, dass Du sie äussern darfst werde ich so gut es geht verteidigen! Meinereiner ist verbandelt mit... Securitas AG, Billag AG, TX WebSolutions GmbH, Chopard & Cie. SA (WC-Wasser), the consultant, Migros (da kaufe ich ein), Volvo (fahre ich), FC Aarau, SC Langenthal und vielen anderen netten Leuten. Also, alles andere als unabhängig. Aber wer ist das schon?