Eine Meinung ist die in einem Menschen bestehende subjektive Ansicht bzw. Einstellung zu Zuständen, Ereignissen oder anderen Personen.
So einfach ist das. Oder nicht? Zumindest für Wikipedia. Gräbt man ein bisschen weiter, natürlich auch in Wikipedia, definiert der für den Artikel auf Wiki zuständige Autor zum Thema Meinungsfreiheit:
Die Meinungsfreiheit ist das in einer Demokratie gewährleistete subjektive Recht auf freie Rede, Äußerung und (öffentliche) Verbreitung einer Meinung in Wort, Schrift und Bild sowie allen weiteren verfügbaren Übertragungsmitteln.
Also, auf der einen Seite die eigene Meinung, die durchaus ein Werturteil sein könnte, auf der anderen Seite die Möglichkeit, die eigenen Meinung zu verbreiten. Möglichkeit ist hier vermutlich das falsche Wort, es sollte doch besser Recht oder sogar Pflicht heissen. Denn wer seine subjektive Meinung nicht in die Gesellschaft einbringt, trägt nicht zur Meinungsbildung bei.
Die Meinungsbildung übernehmen übrigens immer mehr die Tageszeitungen, allen voran Blick in der Schweiz, Bild in Deutschland und ( ich glaube es zumindest) der Standard oder die Kronenzeitung in Österreich. Aber auch in anderen Ländern werden Meinungen meist durch journalistische Gebilde (Zeitungen und Fernsehen) gemacht. Da schimpft die polnische Ausgabe des Blick gegen die Schweizer und die Schweizer Ausgabe schimpft zurück. Schon macht sich das Volk die eigene Meinung über die journalistischen Qualitäten in Polen und die Bewohner des Landes. Unwichtig zu erwähnen, dass beide Zeitungen zum gleichen Verlag gehören. Oder?
Man könnte hier auch Bezug auf den Todeskadi nehmen, auf politische oder gesellschaftliche Ereignisse. Wer der Presse nicht passt, wird innert kürzester Zeit auch dem Volk nicht mehr genehm sein. Die Presse (dabei eingeschlossen ist auch das Fernsehen) macht Meinungen und steuert dabei bewusst oder nicht die Gesellschaft in die eine oder andere Richtung. Ich bin davon überzeugt, würde die Presse Gordon Brown unterstützen, wären die Wahlen in den Regionalparlamenten für die Tories wesentlich besser abgelaufen. Sicher spielen da noch andere Fakten mit hinein, aber die Presse macht Meinungen.
Aber nicht nur die Boulevardblätter machen Meinungen, auch die seriöse Presse. Was geschrieben oder am Fernsehen gezeigt wird ist die Wahrheit, die Aussagen müssen nicht mehr hinterfragt werden. Einzig die als Kommentare markierten Äusserungen werden als subjektive Aussagen wahrgenommen, alle anderen Äusserungen sind von subjektiven Bewertungen frei gehaltene Informationen. Zumindest erwarten dies die Leser / Zuschauer im Unterbewusstsein. Dabei sollte jedermann klar sein, dass dem nicht so ist.
Nachrichten werden von Menschen gemacht und sind darum nie Wertfrei und ohne Beeinflussung durch den Autor, die Redaktion oder einen Verlag. Wo die einen Linksparteien bevorzugen, tun des die anderen mit Rechtsparteien. Das Beispiel liese sich über alle Themen spannen. Das einzige Wichtige für die Konsumenten ist zu wissen, auch hier werden subjektive Meinungen verbreitet. Es macht eine Meinung nicht zur Wahrheit, ob diese nun durch eine NZZ, den Blick, die Bild oder Die Welt verbreitet wird.
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