Zunächst: Ich bin Thomas und Österreicher, aber ich mag gerne mit meinem Nick - Paracelsus - schreiben. Dank an Christian, dass ich seine Plattform nutzen darf.
Wie immer gilt: ich schreibe meine Meinung, meine Bewerertung von Dingen, wie ich sie sehe. Niemand sei aufgefordert damit konform zu gehen, oder fühle sich genötigt, meine Meinung anzunehmen. Diskutieren? Ja, gerne. Und gerne auch scharf geladen. Aber wer unter die GUErtellinie greift, darf sich nicht wundern, das ich nicht antworte, oder sein Kommentar - kommentarlos - gelöscht wird.Mein Erstes Thema ist alt, oder doch nicht?
Shall we tortoure them?
Fragte das amerikanische Magazin NEWSWEEK kurze Zeit nach den Anschlägen auf das World Trade Center in New York. Was als reißerische Überschrift in einem Druckmedium begann, endete in einer Dunklen Epoche der Menschheit. Wir stellen die Menschenrechte zur Diskussion, erwägen ihre Finanzierbarkeit, befinden über ihre Unantastbarkeit. Öffentlich und ohne Scham!
Im amerikanischen Senat fand die Debatte zuerst statt, andere Regierungen folgten dem Beispiel.
Obwohl niemand offiziell die Demontage der Menschenrechte verkündet hat, ist seit 9/11 viel geschehen. Binnen 7 Jahren hat sich Gewalt derart oft und in derart vielen Gesichtern gezeigt, das sie üblich, normal und alltäglich geworden ist. Wer kennt nicht das Gefühl von Überdruss und Langeweile angesichts ausgemergelter Kinderkörper in TV-Berichten aus Kriegs- oder Katastrophenregionen? Wer ist frei vom Erleben, durch Fakten des Grauens bestenfalls Belästigung zu empfinden?
Wenige Stunden bevor der Hurrikan New Orleans erreicht hat, brachten die Radiomedien eine Sondersendung. Man erörterte im Vorhinein die zu gewärtigenden Kosten, die recht genauen Schätzungen der befürchteten Schäden, und spekulierte minutenlang über den materiellen Aufwand der Wiederherstellung der Stadt. Um das Bild abzurunden: In weiterer Folge wurden alle großen Hurrikans des 20. Jahrhunderts hinsichtlich ihrer Stärke und der verursachten Kosten in einer Art Ranking vorgestellt und auch noch darüber spekuliert, was sie heute Kosten würden. Die Opfer, vor allem jene, die zu alt, zu schwach, oder zu arm waren, um sich in Sicherheit zu bringen, waren keine Erwähnung wert.Was das mit dem World Trade Center zu tun hat?
Newsweek mit der Folterdiskussion hat den Beginn einer Entmündigung und Entwertung markiert, eine Epoche der krankhaften Verdinglichung und Vergegenständlichung eingeläutet. Wir als Zeitzeugen haben zugeschaut und abgewinkt. Werte, die es bereits gab, innere Werte, die bereits ihren Weg in gesellschaftliche Strukturen gefunden hatten, sind davongeschwemmt worden. Es ist etwas Schlimmes passiert und die sichtbaren Ereignisse geben Zeugnis davon.
Amerika hat 2 aggressive Angriffskriege (Afghanistan, Irak) geführt und dabei ungeheürliche Kriegsverbrechen begangen. Als dann später ein nicht unumstrittener österreichischer Politiker, der Kärntner LH, den amerikanischen Präsidenten als Kriegsverbrecher bezeichnete, war innerpolitisch (Österreich) die Hölle los. Aus allen Lagern aller Färbungen stob die Empörung empor.
Die größte Militärmacht der Welt begeht nach wie vor Kriegsverbrechen in besetzten Gebieten, hochoffiziell angeordnet,
öffentlich in Videofilmen dokumentiert, nie wirklich glaubhaft kritisiert.
Die Mitgliedsstaaten der EU sind für mehr als 1/3 aller weltweiten Waffenexporte verantwortlich und die astronomischen Mengen an Kriegsgerät, welche nach Darfu (Afrika) gebracht wurden/werden (?), stammen zum Teil aus Europa (Polen, Frankreich, Ukraine).
Zugleich aber deklariert sich die EU als Wertegemeinschaft und Friedensprojekt, hat sich formal in 4 Leitlinien dem Kampf gegen Folter und Todesstrafe, den Schutz der Menschenrechte und der Kinder verpflichtet.
1500 Videospiele kommen jährlich auf den Markt, der Großteil davon in Gewaltverherrlichender Kriegs- und Kampfthematik.
Kritiker und Konsumentenschützer stranden mit ihren Petitionen am alleserklärenden Marktdogma: „Der freie Warenfluss des Binnenmarktes darf niemals durch Handelshemmnisse behindert werden.“
Immer neue Eiterblasen brechen auf – geheime CIA – Gefangenentransporte, geheime Gefangenenlager an verschiedenen Orten in Europa, Folterberichte aus Ländern, wohin man sonst gerne auf Urlaub fährt.
Die fetteste Blase jedoch dürfte am 11.09.2001 rund um das World Trade Center entstanden sein. Flugzeuge haben den Radar unterflogen und die Gebäude zum Einsturz gebracht, alle Insassen der Maschinen samt den Piloten kamen ums Leben. Tausende Menschen in den Gebäuden starben. Vom ersten Moment an stand Bin Laden mit seiner Terrorgruppe Al Kaida als Täter bzw. als Drahtzieher fest. Wenige Stunden nach dem Anschlag wurde diese Behauptung UEber die Medien verkUEndet und nie wieder bezweifelt. Niemals hat irgendeine radikale Gruppierung (auch die Al Kaida nicht) dazu einen Kommentar abgegeben oder die Verantwortung UEbernommen.
Alles was man später an Indizien gefunden hat, waren ein paar Personal Dokumente und eine Ausgabe des Koran – Fundort: ein in der Nähe eines Flughafens abgestellter PKW. Obwohl die Leichen der mutmaßlichen Flugzeugentführer nie identifiziert werden konnten, stand die
Feststellung ihrer Person aufgrund der gefundenen Dokumente außer Frage. In jedem Indizienprozess wäre die Beweislast gefährlich dünn gewesen. Wie gut, dass alles zerstört wurde und die Papiere heil geblieben waren. In Folge ist auch niemand durch weitere Fragen aufgefallen, die Blase blieb so gut wie unberührt.
Wie würde sich unser Weltbild verändern, wenn sowohl Al Kaida als auch der sofort als Urheber erkannte Bin Laden mit der Sache absolut nichts zu tun hätten? Automatisch drängt sich da ein „Wer dann?“ in den Sinn.
Die Entwicklung der letzten 7 Jahre könnte eine mögliche Antwort andeuten. Wir sehen 2 Kriege, in vielen Ländern massive Gesetzesverschärfungen, eine damit konform gehende Globalisierung und parallel dazu - die Entwertung von Menschenrechten. Und unsere erlesene Wertegemeinschaft ist heute imstande, der Einladung eines Völkerrechtsverachtenden Staates zu folgen und dem Drachen der vorne auf Tibet Feuer spuckt, in die hinteren Körperöffnungen zu kriechen - weil es in China noch viel Kohle - an der Armut der dort lebenden - zu verdienen gibt.
Wer profitiert von alledem, wer zieht vorwiegend oder ausschließlich Nutzen daraus; wessen Interessen sind durch die Geschehnisse der letzten 7 Jahre weltweit vertreten worden?
Wer die Antwort findet, sagt sie weiter.
Karikatur aus der "Kronen Zeitung" vom Sonntag
den 13. April 2008